Die Geschichte Napsters
Als der amerikanische Student Shawn Fanning im Jahr 1998 eine Musikbörse programmierte, die es Internetbesuchern ermöglichen sollte, MP3-Musikdateien miteinander zu tauschen, erlebte diese innerhalb kürzester Zeit einen Zulauf an aktiven Usern, der in der Geschichte des Internet fast beispiellos ist. Im Jahr 2001 verfügte die Börse weltweit über mehr als 80 Millionen Mitglieder und tauschte alleine in diesem Jahr mehr als 2 Milliarden Songs. Die Technologie war dabei absolut neuartig und einzigartig: Nach erfolgter Installation der entsprechenden Software wurde der jeweilige Rechner auf gespeicherte Musikdateien hin untersucht. Deren Titel wurden sodann auf einem zentralen Server gespeichert, auf dem auch die Suchanfragen der Community eingingen. Anfragen und Speicherorte wurden nun gematcht, die IP Adressen der beiden Beteiligten ausgetauscht, so dass ein direkter Download über ein Peer-to-Peer-Verfahren initiiert wurde. Mit der Zeit häuften sich die Klagen der Musikindustrie, da das Angebot kostenlos war und insofern Urheberrechte verletzt wurden. Im Juli 2001 kam es schließlich zur gerichtlich angeordneten Schließung von Napster, kurz nachdem der Medienkonzern Bertelsmann sich an Napster beteiligt hatte und gemeinsam der letztlich erfolglose Versuch unternommen worden war, durch die Integration bestimmter Filter eine Wahrung von Urheberrechten der Musikindustrie zu realisieren.
Der amerikanische Softwarehersteller Roxio kaufte im November 2002 den Namen und die Patente von Napster und baute von diesem Zeitpunkt an einen Online-Musikdienst auf, der seit Ende 2005 auch in Deutschland verfügbar ist. Dieser verwendet eine andere Technologie und verzichtet auf die Peer-to-Peer Übertragung von Dateien. Anstelle dessen werden die Musikdaten zentral auf den Servern von Napster gespeichert und stehen Kunden dort zum Download zur Verfügung.
Das Musik- und Audio-Sortiment
Mit über 5 Millionen Songs, 430.000 Alben und 370.000 vertretenen Interpreten deckt Napster heutigen Tages eine Vielzahl von Genres und musikalischen Geschmacksrichtungen ab. Dabei wird das Angebot durch zusätzliche Hörtexte aus zahlreichen Bereichen abgerundet, wobei das Gesamtangebot ständig erweitert und darüber hinaus einmal wöchentlich mit aktuellen Neuerscheinungen ergänzt wird.
Mitgliedschaften und Nutzung
Das Angebot von Napster lässt sich im Rahmen von drei verschiedenen Vertragsmodellen nutzen, die eng auf die jeweiligen Bedürfnisse und Hörgewohnheiten von Konsumenten abgestimmt sind. Das Modell Napster Light ermöglicht hierbei, ohne monatliche Grundgebühren, das Downloaden, Behalten und dauerhafte Nutzen von einzelnen Musiktiteln oder ganzen Alben. Einzelne Tracks werden hierbei mit 0,99 Euro, komplette Alben mit 9,95 Euro berechnet. Dabei kann jeder Titel zuvor für 30 Sekunden angespielt werden, ohne dass hierdurch Kosten entstehen. Im Flatrate bereich stehen zwei weitere Modelle zur Verfügung. Während die Music-Flatrate auf die Nutzung von Musik zu Hause am eigenen Rechner ausgelegt ist und mit einer monatlichen Gebühr in Höhe von 9,95 Euro pro Monat berechnet wird, kostet die Flatrate Napster To Go monatlich 14,95 Euro und erlaubt die Übertragung geladener Titel auch auf mobile Abspielgeräte. Für beide Flatrates gilt, dass Musiktitel nach Belieben herunter geladen und beliebig häufig angehört werden können, solange die Mitgliedschaft besteht. Die gleichzeitige Nutzung auf bis zu drei Rechnern ist ebenso möglich, wie, im Falle von Napster To Go, dass Überspielen von Titeln auf bis zu drei mobile Abspielgeräte. Gleichzeitig können eigene Playlists erstellt werden, die, auch ohne Download, direkt über die Napster Server abgespielt werden können. Bei beiden Flatrates besteht weiterhin die Möglichkeit, Titel oder Alben kostenpflichtig zu laden, um diese nach erfolgtem Kauf beliebig zu nutzen. Hierbei gelten grundsätzlich die gleichen Preise wie bei Napster Light, also 0,99 Euro pro Titel und 9,95 Euro je Album, wobei teilweise spezielle Rabattaktionen durch Flatrate-Kunden genutzt werden können.
Zusätzliche Funktionen und Optionen
Der Zugang zu zahlreichen Community-Funktionen und zu vielen Hintergrundinformationen über Musik, Interpreten, Alben und andere Themenbereiche, rundet das Angebot des Online-Musikdienstes ebenso ab, wie die so genannte Sonos Digital Music System, welches bei einer bestehenden Mitgliedschaft das Abspielen beliebiger Napster Songs im gesamten Wohnraum erlaubt, ohne dass hierfür ein Rechner erforderlich ist.
Zahlungsmethoden
Die Zahlung der beanspruchten Leistungen durch Napster kann wahlweise per Bankeinzug, Kreditkarte oder PayPal Konto erfolgen. Dies bezieht sich sowohl auf die Abbuchung von Mitgliedsbeiträgen, als auch auf den Kauf einzelner Titel oder Alben.